Wie kann ich mein Schicksal beeinflussen? Familienaufstellung Erfahrung
Aufzeichnung von Anne:
Ich bin in einem Kerker. Ich sehe den Raum genau vor mir. Nicht so wie ich mein Zuhause sehe, wenn ich die Augen schließe. Schemenhafter. Die Wände sind kahl, glatter Stein. Von Fackeln erleuchtet. Man kann nicht an der Wand hochklettern. Mein Blick geht nach oben. Da ist ein kleines Fenster, mit zwei gekreuzten Eisenstreben. Ich sehe es genau vor mir.
Ich sehe mich oder eine andere Person in diesem Raum. Es ist lange her.
Die ewige Verdammnis – Begegnung mit mir in einer anderen Zeit
Da ich mich schon mehrmals in dieser Zeit gesehen habe, bin ich weder überrascht noch schockiert. Schon in einer früheren Aufstellung bin ich in dieser alten Zeit gelandet. Damals habe ich das Dorf brennen sehen.
Ich bin über 50. Arbeite in anspruchsvoller Position bei einem Energieunternehmen. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und jeder, der mich kennt, bezeichnet mich als bodenständig. Ich bin in beiden Welten zu Hause: In der „ganz normalen“ Welt, aber ich bin davon überzeugt, dass es noch weitere Welten oder Bewusstseinsebenen gibt.
Seitdem ich vor über 20 Jahren meine erste Familienaufstellung gemacht habe, weiß ich, dass ich mein Schicksal beeinflussen kann. Dass ich Dinge, die mich an MIR stören, auflösen kann und dass ich in Situationen komme und Dinge erlebe, weil es Fremdenergien gibt, die mein Leben beeinflussen.
Jetzt bin ich in einer systemischen Aufstellung, sitze bequem in meinem Lieblingssessel und lasse mich von Alessandra durch die Aufstellung führen.
Alessandra:
Ich kenne Anne sehr gut, wir haben oft intensiv miteinander gearbeitet. Mithilfe von systemischen Aufstellungen haben wir bereits viele Themen gemeinsam gelöst. In den letzten Sitzungen aber, hat uns die Energie auf eine andere Ebene geführt und wir durften Themen einer früheren Inkarnation anschauen und sind prompt bei karmischen Aufstellungen gelandet.
Anne:
Mein Thema ist, dass ich das Gefühl habe, alles allein machen zu müssen. Im beruflichen und im privaten. Ausschlaggebend war ein Gespräch mit einem Verband, vom dem ich mir mehr Hilfe für ein Buchprojekt erhofft hatte. Das Hilfsangebot fühlt sich wie eine Farce an. Und ich stelle mir die Frage: Warum muss ich eigentlich immer alles allein machen?
So sind wir in die Aufstellung reingegangen. Und gleich wurde klar, dass dieses Gefühl eine Starre ist und ein richtig altes Thema.
Alessandra:
Genau darum geht es, die karmische Arbeit bezieht das ein, was Anne als „altes Thema“ beschreibt. Sensationen und Blockaden, die aus der eigene Biographie heraus nicht erklärbar sind, verweisen auf Erfahrungen aus früheren Leben, die wir mit in diese Inkarnation genommen haben. So entstehen karmische Verwicklungen.
Anne:
Mein Gefühl (wie gesagt, in meinem bequemen Sessel vor dem Bildschirm) und Alessandras Empfinden gleichen sich: Es ist, als wenn wir eine Maske auf dem Gesicht haben. Ein Druck lastet auf den Wangenknochen. Nicht einmal die Augen können wir bewegen.
Die ewige Verdammnis.
Das ist der Satz, den Alessandra im Kopf hat.
Alessandra holt das alte Thema aus der Situation, der Druck verschwindet, aber jetzt kommen die Visionen. Ich bin in einem Dorf, es hat gebrannt. Alle sind weg. Ich bin komplett allein. Total allein, alle sind weg. In einer Ödnis. Es ist dunkel.
Es kommen weitere Empfindungen bei mir hinzu und bei Alessandra. Ich bin verraten worden und man hat mich allein gelassen.
Alessandra:
Die Verdammnis in Annes Geschichte zeigt sich in sich ständig wiederholender Muster im Alltag. Was auch immer Anne tut oder lässt, sie wird übersehen und bleibt alleine. Beruflich geht es sogar so weit, dass die Früchte von Annes professionellen Einsatz wie selbstverständlich an andere weitergereicht werden.
Anne:
Wie ich und warum ich in diese Zelle oder in diesen Kerker gekommen bin, sehe ich nicht. Alessandra fragt mich, ob ich meinen Seelenanteil aus der Zelle führen kann. Das geht leicht. Ich trage den Anteil auf meinen Armen hinaus, die Tür steht offen. An den Wänden sind Fackeln, es ist niemand da und ich kann gehen.
Als nächstes sehe ich mich allein in einer Hütte. Es ist hell, ein Feuer brennt. Meinen Seelenanteil habe ich – wie ein Baby – sorgsam gebettet.
Alessandra:
In den meisten Fällen bleiben Seelenanteile in den schmerzhafte Situationen zurück. Sie sind energetisch gebunden und stehen „dem Eigentümer“ nicht mehr zur Verfügung. Nicht selten stecken Seelenanteile von einem selbst und von anderen in einer Erfahrungssituation fest. Durch die Befreiung der Seelenanteile kann jeder in seine eigene Selbstermächtigung und Handlungsfähigkeit gehen. Das Zurückholen von verlorenen Seelenanteilen ist übrigens ein wunderschönes und berührendes Ritual. Du fühlst dich befreit und ganz mit dir verbunden.
Anne:
Ich bin sicher hier. Aber ich bin nicht allein. Jetzt sehe ich einen Mann, der vor der Tür steht. Er ist groß und hat ein Fell um die Schultern gelegt. Ich weiß, er hat mit meiner schlimmen Geschichte zu tun, aber er ist mir wohlgesonnen. Er bereut, was er getan hat. Er ist bereit, mich zurück zu meiner Sippe zu bringen.
Ich sehe andere Menschen in der Ferne. Ich bin fremd, man kennt mich nicht mehr. Alessandra sagt, dass mich eine Frau erkennt. Ich weiß, dass ich irgendwie dazu gehöre und gleichzeitig bin ich fremd. Mir fällt es schwer zu vertrauen. Aber ich muss diesen Menschen vertrauen. Ich habe gar keine Wahl, ob ich vertraue oder nicht. Denn ich bin von ihnen abhängig. Aber ich bin nicht mehr allein und muss mich an die neue Situation gewöhnen.
Und ich bin sicher, dass ich das Schicksal beeinflussen kann, dass ich nicht mehr alles allein machen muss.
In dieser Situation belassen wir es.
Alessandra:
Eine karmische Ablösung endet mit einem gegenseitigem Vergebungs- und Verzeihungsritual. Es ist wichtig, alle Beteiligten bewusst oder unbewusst mit einzubeziehen, und sie idealerweise in Lieben ziehen zu lassen. Ich persönlich integriere gerne das Ho’oponopono-Mantra. Denn mit dem Ho’oponopono-Reinigungsritual können wir die universale Ordnung im Innen und Außen wiederherstellen. Glück und Wohlergehen dürfen somit auch einen Platz in unserem Leben haben.
Wenn auch du Themen mit dir herumträgst, von denen du denkst, dass sie nicht zu dir gehören, dann melde dich. Oder wenn du immer wieder in Situationen gerätst, wo du dich fragst, warum passiert mir das immer wieder. Dann könnten alte schicksalsbeeinflussende Dinge dahinterstecken, so genannte Fremdenergien, die es zu lösen gilt.


